Stellungnahme des Frauenrings Leverkusen zu 150 Jahre § 218

Seit 150 Jahren gilt mit dem § 218 des Strafgesetzbuches der Schwangerschaftsabbruch als Straftat gegen das Leben. Es ist an der Zeit, die veraltete und diskriminierende Sichtweise auf Schwangerschaftsabbrüche aufzubrechen, die Behandlung und Versorgung für alle zugänglich zu machen und eine freie und selbstbestimmte Entscheidung zu sichern. 

Auch wenn ein Abbruch mittlerweile unter bestimmten Bedingungen straffrei ist, bleibt er rechtswidrig und erschwert ungewollt Schwangeren den Zugang zu sicherer medizinischer Versorgung. Die Kriminalisierung von Ärzt*innen durch den § 219a StGB gefährdet die Versorgungssicherheit. 

Der Frauenring fordert die im Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) festgehaltenen Empfehlungen zu Schwangerschaftsabbrüchen umzusetzen. Die Vertragsstaaten, auch Deutschland, sollen den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen sicherstellen und gewährleisten, dass die Eingriffe von der Krankenkasse übernommen werden. 

Zehn Jahre Istanbul-Konvention

Die Istanbul-Konvention ist das wichtigste völkerrechtliche Instrument, um Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu bekämpfen und den Betroffenen Schutz und Unterstützung zu bieten. Es untermauert das grundlegende Menschenrecht von Frauen auf ein Leben ohne Gewalt. Deutschland und weitere Mitgliedsstaaten des Europarates haben die Konvention am Tag der Zeichnungsauflegung am 11. Mai 2011 in Istanbul unterzeichnet und in der Folgezeit ratifiziert. Sie haben sich damit verpflichtet, auf allen staatlichen Ebenen Gewalt gegen Frauen zu verhindern. Und dafür engagiert sich auch der Frauenring Leverkusen.

Hilfe für Frauen in Krisensituationen

In den vergangenen Wochen und Monaten hat die Gewalt gegen Mädchen und Frauen zugenommen. In den Medien wurde wiederholt über diese sehr negative Folge der Pandemie berichtet. Um Frauen und Mädchen in Notsituationen schnell zu helfen, haben wir eine Übersicht über Hilfsmöglichkeiten zusammengestellt. Bitte leiten Sie diese Informationen weiter, falls Sie eine Person in einer Krisenlage kennen.

 

Deutscher Frauenring protestiert gegen Erdogan Verhalten

Der Deutsche Frauenring e.V. bedauert außerordentlich, dass die Türkei aus diesem Völkerrechtsabkommen zum Schutz gegen Gewalt gegen Frauen austritt, denn eigentlich handelt es sich um Selbstverständlichkeiten – Selbstverständlichkeiten, die allerdings auch in anderen Staaten z.B. Russland, Polen, Ungarn und Kroatien angezweifelt werden und auch in Deutschland nur schleppend umgesetzt werden.Der Austritt ist ein verheerender Rückschlag gegen die Menschenrechte, die bekanntlich kein Geschlecht haben. Der Deutsche Frauenring erwartet, dass die deutsche Regierung dagegen spürbare Maßnahmen ergreift und sich wirtschaftliche Unternehmen und international agierende Organisationen anschließen.Es darf nicht bei empörten Worten bleiben.

Den gesamten Text können Sie hier nachlesen: DFR-Stellungnahme zur Aufkündigung der Istanbul Konvention

Frauenringsfrau 2021 ist Dr. phil. Natasha Kelly

Der Deutsche Frauenring e.V. hat Dr. phil. Natasha A. Kelly zur Frauenringsfrau 2021 ernannt. Natasha A. Kelly ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten (Post-) Kolonialismus und Feminismus. Die in London geborene und in Deutschland sozialisierte Autorin, Kuratorin und Dozentin hat an zahlreichen Hochschulen in Deutschland und Österreich u. a. zum Thema Intersektionalität gelehrt und geforscht. 2018 erschien ihr preisgekrönter Film „Millis Erwachen“. Sie veröffentlichte unter anderem die Bücher „Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte“ und „Afrokultur“. Im April 2021 kommt ihr neues Buch „Rassismus. Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen“ als Antwort auf die Bewegung Black Lives Matter 2020 heraus.

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Ein Dankeschön für die großartige Spendenbereitschaft

Ein herzliches Dankeschön geht an die Leverkusener Bevölkerung und ihrer tatkräftigen Unterstützung: Viele Menschen sind dem Spendenaufruf für die Aktion „Keine Gewalt an Frauen und Kindern“ gefolgt, so dass eine beeindruckende Betrag zustande kam: Dank der Spendenbereitschaft der Leverkusenerinnen und Leverkusener als auch verschiedener Unternehmen kann der Frauenring Leverkusen die stattliche Summe in Höhe von 13.677,88 € an das Frauenhaus Leverkusen übergeben. „Die Hilfsbereitschaft in unserer Stadt ist wirklich beeindruckend!“, freut sich Roswitha Kneip vom Teamvorstand des Frauenring Leverkusen. „ Mit vielen kleinen Einzelspenden haben wir eine Spendenhöhe von fast 10.000€ erreicht. Dann ergänzten drei größere Unternehmen den Betrag auf insgesamt 13.677,88 €. Das ist einfach großartig!“

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„Sei dabei – Keine Gewalt an Frauen und Kindern – Unterstützt mit uns das Frauenhaus Leverkusen“

Unter diesem Motto rufen 49 Männer aus Sport, Kultur, Politik, Funk und Fernsehen gemeinsam mit dem Frauenring Leverkusen auf zur Spendenaktion für das Frauenhaus Leverkusen.
Vor 40 Jahren war der Frauenring Leverkusen maßgeblich an der Gründung des Frauenhauses Leverkusen beteiligt. Es wurde ein Zufluchtsort für Frauen und Kinder vor Gewalt in der Familie. Heute, nach 40 Jahren, ist die Bedarfslage für das Frauenhaus weiterhin hoch – gerade jetzt in Zeiten von Corona.
Das Frauenhaus Leverkusen ist immer auf Spenden angewiesen. Ein zum 40jährigen Bestehen geplantes Benefizkonzert des Frauenrings Leverkusen musste wegen Corona abgesagt werden. Deshalb wurde diese coronataugliche Benefiz-Aktion für das Frauenhaus gestartet:
Wir baten 40 Männer des öffentlichen Lebens aus Leverkusen um ein Selfie mit dem Aufruf „Sei dabei – Keine Gewalt an Frauen und Kinder – Unterstützt mit uns das Frauenhaus Leverkusen“.
49 Männer aus Sport, Kultur, Politik und Fernsehen haben geantwortet. Sie stellten uns ihr Selfie für ein Plakat und zur Spendenaktion zu Gunsten des Frauenhauses zur Verfügung.
Am 25. November 2020, dem Internationalen Tag zu „Keine Gewalt an Frauen“, werden in einem zweiten Schritt der Aktion die Teilnehmer in ihren sozialen Netzwerken Selfie und Plakat posten – und zu weiteren Spenden aufrufen.
Ab dem 9. November verteilt der Frauenring Leverkusen die Plakate mit dem Spendenaufruf in Leverkusen.
Bitte unterstützen Sie ebenfalls diese Spendenaktion!
Konto-Nummer für Ihre Spende: Frauenring Leverkusen, IBAN: DE 24 3755 1440 0100 1608 52, Stichwort: Frauenhaus Leverkusen
Ende der Spendenaktion ist der 31. Dezember 2020.
Kontakt bei Rückfragen: Roswitha Kneip, Telefon: 0214/601909